Luftfeuchtigkeit

Wir haben den Anspruch, auch bildend unterwegs zu sein. Und meine goldene Regel lautet, dass ich frisch erworbenes Wissen niemals nur für mich behalte. Deshalb freut euch heute auf eine Lehrstunde zum Thema: Luftfeuchtigkeit.

Ort der Lektion war natürlich (wie sollte es auch anders sein) der Keller. Ich habe mir ein Hydrogometer gekauft, um damit festzustellen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit im Keller ist. Komisch, dass meine Messungen immer zwischen 60 und 90 Prozent schwankten. Wie kann sich das so schnell ändern, habe ich mich gefragt. Ich verbuche es als Messfehler des billigen Geräts, bis ich eines Tages einen kleinen Heizlüfter in den Keller stelle, um es mir ein wenig wärmer zu machen. Plötzlich sinkt die Luftfeuchtigkeit, die mein Gerät anzeigt. Schon sind wir nur noch bei 50 Prozent. Das verstehe ich so gar nicht. Dieses Geheimnis des Kosmos galt es augenblicklich zu lüften. Hier meine Entdeckung:

Luftfeuchtigkeit ist nicht gleich Luftfeuchtigkeit. Bitte was?
Ja. Denn man muss zwischen absoluter und relativer Luftfeuchtigkeit unterscheiden. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt den Wassergehalt in Gramm pro Kubikmeter Luft an.
Aber wieviel Gramm Wasser in der Luft sein können, hängt von der Temperatur der Luft ab. Können beispielsweise in 15 Grad warmer Luft maximal 14 Gramm Wasser enthalten sein, können in 30 Grad warmer Luft schon 29 Gramm enthalten sein. Das Verhältnis aus Wärme der Luft und Menge des Wassers darin nennt man relative Luftfeuchtigkeit.

Luftfeuchtigkeit_01

100 Prozent Luftfeuchtigkeit herrscht also dann, wenn der maximal mögliche Anteil an Wasser in der Luft erreicht ist. Bei gleichem Anteil Wasser in der Luft hat also ein warmer Raum (der mehr Wasser in der Luft vertragen kann) eine geringere Luftfeuchtigkeit (hier 50 Prozent) als ein Raum, der viel kühler ist, aber dieselbe Menge Wasser in der Luft hat. Abgekühlt auf 18 Grad sind es plötzlich 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Kühlt der Raum jetzt noch weiter ab, wird es unangenehm! Denn dann wird der Taupunkt überschritten, das Wasser bleibt nicht mehr in der Luft, sondern wird zu Wasser und verbleibt irgendwo im Raum, als Wasserperlen an der Scheibe (weil die besonders kalt ist) oder an der kühlen Außenwand, wo dann Schimmel entstehen kann. Super easy.

Leider weiß ich jetzt irgendwie noch immer nicht, ob unser Keller feucht ist. Aber ist ja egal, wichtig ist, wir haben alle das mit der Luftfeuchtigkeit verstanden!

 

 

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