Smartes Heizen mit Tado – Das – 1 1/2 Winter sind rum – Review

Für ne Fussbodenheizung hats wohl nicht gereicht wa‘ – recht hat er. Und nach dem ersten Winter in unserem Haus hätten wir zurückblickend – zumindest in den Bädern und in der Küche – die Investition tätigen sollen. Aber gut, Schlappen sind auch was Feines. Davon unbenommen hatte ich mich schon während des Baus mit einer „smarten“ Heizungssteuerung auseinandergesetzt. Wir haben ne Menge Zimmer und somit ne Menge Heizkörper. Gleichzeitig wird das Obergeschoss so gut wie gar nicht genutzt und wir werden bestimmt nicht jeden Tag am Morgen durchs Haus gehen und die Thermostate hochschrauben und vor allem am Abend wieder runterschrauben. Die vermeintliche Lösung ist also eine raumgesteuertes Thermostat, dass auch über ne App gesteuert wird. Nach recht kurzer Recherche hat dann Tado den Zuschlag bekommen. Sehen am Besten aus und sind nach den Reviews im Netz auch technisch ausgreift. Ganz billig sind sie allerdings nicht – bei 15 benötigten macht das knapp 1.200 EUR – (ich hab allerdings mal nen Schnapper gemacht und konnte mir die 15 Thermostate inkl. Bridge auf Ebay neu für nicht mal 600 EUR sichern).

Tado wirbt ja damit, dass man seine Heizkosten um bis zu 30% senken kann. Das können wir leider nicht belegen, da wir ja keinen Referenzwert besitzen. Und so heißt es „Vertrauen“ und hoffen, dass die ca 1.100 EUR Heiz- und Warmwasserkosten mit altertümlichen Thermostaten um 300 EUR höher wären und sich der Kauf nach diesem Winter amortisiert.

Um euch aber mal ein kleinen Abriss zu geben zu den Dingen die mir aufgefallen sind, eine kleine Zusammenfassung in 3 Akten.

Zuverlässigkeit – bisher sehr gut, nur wie lange noch?

Ist das „System“ einmal eingestellt läuft es eigentlich problemlos. Lediglich die Vorlaufzeit der Heizung hat uns letztes Jahr im „Winterurlaub“ nen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir waren im Ausland und natürlich hat TADO die Heizung runtergefahren, da keine Person zu Hause war. Am Abend vor dem Rückflug habe ich dann die Heizung bzw. die Thermostate wieder aufgedreht und damit gerechnet, dass wir nach der Rückkehr wieder in ein mollig warmes zu Hause kommen. Dem war leider nicht so, da die Heuzung es leider nicht geschafft hat die Räume nach 10 Tagen in 24 Stunden wieder auf Normaltemperatur zu bekommen. „Nachtrag: Hier kann Tado nichts für – die Heizung im Keller war „falsch“, zu schwach eingestellt“.

Beim Thema „Fensteroffen“ finde ich die App und den Logarithmus dahinter noch nicht ausgereift genug. Ziel ist es ja, dass beim Lüften und somit bei einem „schlagartigen“ Temperaturabfall dass Thermostat schließt, so dass die Umwelt in Zeiten der Erderwärmung nicht mitgeheizt wird. Leider musste ich jetzt schon häufiger feststellen, dass Tado das offene Fenster nicht bemerkt und den Temperaturabfall im Raum als natürliche Entwicklung definiert und sogar versucht noch dagegenzuheizen. Das ist nicht geil, aber auch nicht Kriegsentscheidend, da wir sowieso meistens nur kurz stoßlüften.

Temperatursteuerung – man kann ja eine Wunschtemperatur einstellen. Als ich letztens aufs Babyphone geschaut habe, das eine Temperaturanzeige in sich trägt, war ich recht schockiert, dass hier eine Differenz von immer 2,3 Grad angezeigt wurden. Natürlich weiß das Thermostat nicht in was für einem Raum es steht und inwieweit die Temperatur 3 Meter entfernt ist aber hier wäre neben der nachträglich manuellen Anpassung eine Möglichkeit beim Einrichten charmant bei der man die qm des Raumes definieren kann und Tado den Rest alleine „berechnet“. Wäre allen geholfen und Tado würde somit etwas näher an die Realtemperatur in der Mitte des Raums herankommt.

App – alles fein; weiter so Tado

Da kann man sich nicht beschweren, tut was sie soll. Lediglich das Update auf die „Pro Version“ würde ich keinem empfehlen, insbesondere weil man nicht mehr zurückkommt (alte version) und man dann in der neuen gefangen ist. Größtes Manko — man kann die Reihenfolge nachträglich nicht verändern. Fängt man also in der Küche an und richtet dann das Bad ein, bleibt es in der Reihenfolge. Schlimmer noch ist es wenn irgendwann ein Thermostat mal ausfällt und man es zurücksetzen muss. Dann wird es gaaaanz hinten einsortiert und man scrollt sich dumm und dämlich.

Ansonsten finde ich alles fein, man kann sich alle Informationen die man eigentlich nicht braucht anschauen und hübsch aufbereitet ist es auch noch. Lediglich die Kombination/integration in Apples Homekit klappt irgendwie nur semigeil. Aber das liegt wohl eher an mir und dem nicht vorhandenen Wunsch sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Batterien – zu lebendig für den Müll, zu tot für Tado

Ich hoffe ihr habt bis hier hin durchgehalten, denn jetzt kommt das größte Manko. Denn was in der „Ersparnis Rechnung von Tado“ nicht inkludiert ist, ist der wirklich unfassbare Verschleiß an Batterien. Angefangen mit Akkus von Panasonic (enloop), die nach wenigen Wochen den Geist aufgegeben haben, bzw schon beim Einlegen als leer angezeigt wurden. Danach irgendwelche Pro Batterien mit ausreichender Spannung, dann günstige vom Discounter. Das Ergebnis ist immer das gleiche, 2 mal im Jahr meldet sich das Thermostat, dass die Batterie bald leer seien. Das ist mE tatsächlich ein Unding und eine Sache die in vielen Foren heiß diskutiert wird.

Ich mein, was bringt mir die Ersparnis von 30% Gasverbrauch, wenn ich jährlich 40 Batterien durch den Äther jage. Was erschwerend hinzu kommt. Wenn man die Batterie dann austauscht und diese dann in ein Messgerät legt. Dieses zeigt noch ausreichend Spannung an. Selbst wenn ich diese Batterien dann in allen Fernbedingungen des Hauses lege 24h durchzappen wird das wohl nix mit dem leer werden, bis erneut eine „leere“ Charge aus den Thermostaten kommt. Bisher habe ich das noch nicht genauer verfolgt, habe aber jetzt mal angefangen zu notieren, welche Batterien, in welchen Thermostaten, wann eingesetzt wurden um auch mal ein messbares/vorzeigbares Ergebnis zu bekommen. Vllt konfrontiere ich Tado dann mal damit.

Jetzt ist 2021 und wer weiß, vielleicht ists mit Corona bald auch mal vorbei und dann greift der größte Spareffekt einer jeden Heizung. Einfach mal nicht zu Hause sein. In diesem Sinne: Bleibt gesund und haltet durch.

2 Kommentare zu „Smartes Heizen mit Tado – Das – 1 1/2 Winter sind rum – Review

Gib deinen ab

  1. Ein sehr interessantes Thema: was ich gerne anders gemacht hätte beim Hausbau…vielleicht gibt es dazu ja auch mal einen Beitrag?! Wir befinden uns noch in Phase A(briss), alles scheint noch offen. Auch wir haben die Fußbodenheizung ausgeklammert…auch ein Smarthome oder elektronische Rollläden, eine Schüssel auf dem Dach oder oder oder. Ich finde deine Beiträge sehr wertvoll und eine der ersten Anschaffungen war ein Kuhfuß ;-D
    Liebste Grüße

    Julia

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    1. Hi Julia, haha! ein Kuhfuss! 🙂 herrlich. GOld Wert! Gerne was anders gemacht? och joaa, bestimmmt aber mittlerweile sind die vielen kleinen Planungs uns umsetzungsfails vergessen bzw werden übersehen. Vllt kommm ich deinem WUnsch mal nach und sammle die „würde ich heute anders machen“ Dinge.
      In jedem Fall freut uns dein Zuspruch. Viel Erfolg und gute Nerven bei Eurem Projekt.

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