Mein neuer Freund, der Elektroschaber

Hallo und Willkommen zu einer weiteren Episode der Erfolgsserie: „Mein neuer Freund“. Es ist zum Haare raufen. Die Geschmäcker der Vergangenheit und der Gegenwart verstehen sich nicht. So viele wundervolle Dinge in diesem Haus wurden in der Vergangenheit bedauerlicherweise zugespachtelt, verdeckt oder zugepinselt. Angefangen bei den Fliesen, über den Dielenboden bis hin zur Holztreppe.

Ausgleichsmasse, Kleber und Estrich wohin man schaut. Mit Spachtel und Hammer zwar machbar, aber kräftezehrend und langwierig. Als ich mich eines Tages der Treppe widmen möchte, geraten wir (das erfolgreiche Spachtel+Hammer-Duo und ich) an unsere Grenzen. Die Masse sitzt so fest, dass ich entweder das Holz zerstöre und/oder mich nur in Millimeter-Schritten vorarbeiten kann. Bei 40 Stufen ist das keine Option, entscheide ich. So bekommt das gesamte Repertoire an Werkzeug also seine Chance – Multitool, Winkelschleifer, Schlaghammer, Exzenterschleifer und sogar die Heissluftpistole. Auf ganz individuelle Art und Weise versagen sie alle. Ich sehe mich schon meinen Jahresurlaub kniend auf der Treppe verbringen.

Mein neuer Freund der Elektroschaber_04
Status Quo x 40

Es bräuchte etwas wie den Schlagbohrer mit einer Spachtel vorne dran, der aber nicht ganz so viel Kraft hat wie ein Schlagbohrer. Und nein, diesmal habe ich nicht versucht, etwas zu erfinden, sondern habe direkt gegoogelt und bin fündig geworden: „Elektroschaber“ nennt sich so etwas. Gibt es von der Marke Skill für schlappe (nicht) 60 EUR. Einen Versuch ist es aber wert, denke ich mir, und bestelle.

Als ich das Gerät aus der Verpackung nehme, schlägt mir ein schlimmer Plastikgeruch entgegen und ich bin auch von der Haptik nicht sonderlich angetan. Nach den ersten semi-erfolgreichen Versuchen, wechsle ich den Aufsatz und versuche mein Glück mit der Spachtel. Und siehe da, die Masse löst sich. An manchen Stellen sogar in einer ganzen Bahn! Das ist dermaßen befriedigen, dass ich in einen Wahn verfalle und schabe und schabe und schabe, immer mit der Hoffnung, noch einmal eine gesamte Bahn zu schaffen.

Nach zwei Tagen kaufe ich mir im Baumarkt noch mal ein Set neuer Schaber (diesmal von Bosch), in Qualität und Durchhaltevermögen definitiv fitter, denn ich kann noch immer mit ihnen arbeiten, wohingegen die mitgelieferten schnell an ihre Grenzen stießen. Kleiner Trick: Klar, man sollte den Schaber immer mal wieder drehen, so dass sich die beiden Seiten gleichmäßig abnutzen. Was sich aber als besonders hilfreich erwies, war das Gerät mal über Kopf zu benutzen. Der Winkel ändert sich und… the magic happens. Keine Ahnung, was passiert, aber es ist sehr effizient.

Im zweiten Gang durfte sich die Maschine auch noch an den Fliesen abarbeiten und auch hier konnte sie glänzen. Großes Lob, also. Ich gehe nicht sonderlich pfleglich mit ihr um und lasse sie schon mal eine ganze Stunde durchlaufen, aber da stört sie nicht.

Das einzige, wo Skill etwas nachbessern könnte, ist also die Qualität der Schaber. Aber wahrscheinlich ist das einfach das Geschäftsmodell. Wie bei Espresso-Kapselmaschinen. Das Geld verdienen sie mit den Kapseln, nicht mit dem Geräte.

Alles in allem: Ich danke dem Erfinder des Elektroschabers von Herzen und hoffe, dass mein neuer Freund und ich noch lange glücklich miteinander bleiben.

4 Kommentare zu „Mein neuer Freund, der Elektroschaber

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  1. Unser Hausflur sieht einfach ganz genau so aus!! Ich bin sehr froh, dass meine Eltern sich schon vor Jahren die Mühe gemacht haben, die alte Treppe freizulegen!!! Was für eine mühselige Arbeit!!! 😮 Dieses super Gerät hätte ihnen auch sehr geholfen!! 😂

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  2. Hey, das ist ja ein super Tipp! Wir haben auch so altes Linoleum auf der (Eichen)Holztreppe drauf, und jeder Handwerker den wir gefragt haben, hat bislang dankend abgewinkt… Keine Lust, zu aufwändig, zu teuer. Wir hatten uns schon damit abgefunden, dass wir das häßliche Zeugs wohl drauflassen müssen – aber hier ist die Lösung. Das wird definitiv ausprobiert!

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    1. Hi Ilea, vielleicht noch als zusätzlicher Hinweis. Mittlerweile weiß ich warum die Heissluftpistole versagt hat. Die war einfach scheisse. Ich habe mir zwischenzeitlich eine neue gekauft die mehr bums hat und ich gehe stark davon aus, dass diese in Kombination wahre Wunder bewirken würde warum? Also: zumindest bei uns war unter dem klebezeug/estrich noch eine Schicht Lack. Durch die richtige heissfluftpistole wird der Lack unterhalb des klebezeugs/estrich weich und Mann löst somit nicht das klebezeug/estrich sonder den Lack. Und alles wird gut. Ich lege nicht meine Hand ins Feuer aber zumindest bei uns wäre die Kombination dieser beiden Geräte mit Sicherheit noch besser gewesen. Toi toi und viel durchaltevermögen. So oder so: die Arbeit lohnt!

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