Junger Balkon sucht passendes Geländer

Fräulein hier. Angenehm! Ich bin das Alpha und das Omega, der Schreck der Baustelle und der Grund für die schlaflosen Nächte meines Herrn Pfusch. Ich bin das Wunschkonzert, auf das keiner will. Ich auch nicht. Denn mein größtes Problem ist: Ich kann mich nicht entscheiden. Und ich lasse mich schnell umstimmen. Doch Herr Pfusch und ich sind nicht seit gestern ein Team und er kennt mich. Meine Wünsche sind gemeinhin als Fragen verpackt: Könnten wir nicht aus dem Küchenfenster eine Terrassentür machen? Könnte man im Wohnzimmer noch ein riesiges Fenster einbauen? Kriege ich einen Balkon? Pfusch weiß dann, woher der Wind weht. Und so haben wir bisher ein paar schöne Erfolge gehabt: Terrasse, Fenster, Balkon. Ihr seht schon, ich mag es hell und offen.

Pfusch hier: Ja, ja. Zurück zum Wesentlichen. Wir haben jetzt also unseren Balkon, zehn Meter hoch, ungefähr fünf Quadratmeter groß. Und bislang ziemlich gefährlich, denn wir haben noch kein Geländer. Wieder ist eine Entscheidung fällig. Wie soll das Geländer aussehen? Und mal wieder werden wir gehetzt, denn (und das hätten wir wissen können) man sollte das Geländer dann anbringen, wenn das Gerüst vom Dachbau noch steht.

Wir zeigen Härte. Nein. Es ist kurz vor Weihnachten, das Gerüst steht nur noch wenige Tage, der Geländerbauer, den wir gefunden haben, hat „auf die Schnelle“ nur eine Variante im Angebot: Edelstahl, abgerundet, und ganz ehrlich, nein. Dieses Mal will ich mir Zeit nehmen und nicht das erstbeste Geländer nehmen, das er noch übrig hat. Also Druck rausgenommen. Abgesagt. Luft!

Es weihnachtet in der Zwischenzeit.

Und wie es eben so ist auf einer Baustelle. Im neuen Jahr ist das Gerüst, oh, Wunder, immernoch da. Und da bleibt es auch. Mindestens bis Februar. Dann sollten wir uns nun doch dem Geländer zuwenden.

Was für ein Geländer wir wollen?

Platz da, Fräulein hier: Was für uns klar ist. Verzinktes Geländer? Nein. Edelstahlgeländer? Auch nicht so unser Fall. Sieht alles so aus wie immer alles aussieht. Langweilig. Wir fahren also wieder einmal mit Blick rechts und links statt geradeaus durch die Straßen, pinteresten, was das Zeug hält, und je öfter wir das 0815-Modell sehen, desto öfter sagen wir, nee, so nicht. Wir haben ein altes Haus und kurz denken wir darüber nach, ob ein romantisches, schmiedeeisernes Geländer nicht toll wäre. Südländisches Flair, Romeo und Julia und so. Bei Ebay Kleinanzeigen findet man hunderte solcher Geländer. Aber im Prinzip völlig hanebüchen, denn man braucht ja genau die eine Größe. Und ein bisschen kitschig ist es irgendwie auch.

Dann kommen die Vorschläge von außen (= Mutter): „Glas ist das Beste, Glas, Glas, Glas.“ Ok. Ich bin vollkommen überzeugt, denn ich sauge bekanntlich fremde Meinungen auf wie ein Schwamm. Aber ich finde bei Pinterest keine schönen Beispiele mit Glas.

Wir verabschieden uns also von romantisch und von Glas und denken an das Gegenteil.  Schwarz. Voll modern. Passt zu alten und neuen Häusern, sieht immer irgendwie cool aus. Gefällt mir gut. So soll es sein. Pulverbeschichtet, schlicht und dunkel.

 

Pfusch hier: Ich bin einverstanden. Und suche schon mal nach Anbietern. Geländer aus Polen sollen ok sein, aber allein bei der Frage nach der Form kommt das Kontaktformular (gepaart mit meiner Formulierungsschwäche) schnell an seine Grenzen. Denn die Konstruktion ist irgendwie nicht ganz so einfach. Wir haben eine Dachschräge zu bedenken, einen Regenablauf und eine Balkonkonstruktion, in die nicht „gebohrt“ werden darf. Aussehen müsste das Ganze also etwa so:

Was wir also brauchen, ist ein Dienstleister, der selber mitdenkt. Nach unseren bisherigen Erfahrungen mit Handwerkern ist das nicht unbedingt selbstverständlich.

Null.

 

 

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