Mein neuer Fugenfräser

Eine Urlaubswoche und etliche Wochenenden sind bereits ins Land gezogen, in denen ich nun schon mit den verschiedensten Werkzeugen versuche, poröse Fugen von den Steinwänden im Keller zu kloppen. An manchen Stellen klappt das gut mit der Spitze eines Hammers. An anderen Stellen nicht.

Ich lasse mich im Baumarkt beraten und zu einer richtig teuren Diamanttrennscheibe  überreden. Mit der gehe ich erneut in den Keller und – lasst uns das an dieser Stelle abkürzen – ich sage einfach nur, tut das nicht. Es staubt, als sei dein Gesicht versehentlich im Staubsaugerbeutel gelandet und parallel versucht das Gerät, euch zu sandstrahlen. Meine Schutzbrille ist sofort vollkommen verstaubt. Ich nehme sie ab, bleibe aber weiterhin blind, weil der Raum in einer einzigen gelben Staubwolke versunken ist. Die Diamanten in der Scheibe erfüllen definitiv ihren Job. So gut, dass ich nicht nur einmal (aufgrund meiner Erblindung) auch den Backstein mitzerschneide. Kann ja mal passieren. Kann aber nicht Sinn der ganzen Sache sein. Also wird die Diemantentrennscheibe wieder fein säuberlich eingepackt und kommt unter den Weihnachtsbaum.

Bei meiner nachfolgenden Recherche zu Fugen und Fugensanierung bewahrheitet sich wieder mal, dass in den allermeisten Fällen das Problem vor dem Bildschirm sitzt. Halleluja, es gibt ein Werkzeug, das genau das macht, was ich will. Ich hatte Google zuvor einfach nicht die richtigen Stichwörter gegeben: Fugen und Fräse. Perfekt.

Was ich nämlich jetzt finde, ist ein Aufsatz, der auf eine Flex geschraubt wird. Bestellt, geliefert, da ist er. Von der Firma Irwin für 45 Euro. Im Paket sind zwei Fräser (natürlich wolframcarbidbeschichtet – übrigens das Phantasiewort des Jahres 2014), ein Adapter für die Flex und ein Führungselement. Das soll auf der Flex aufsitzen und dafür sorgen, dass der Fräser immer gleich tief fräst und weniger Staub aufgewirbelt wird.

Gut, trotz der drei Adapter passt mein neuer Fräser auf keine meiner drei Flex (DeWalt, Bosch und eine NoName). Ist mir aber auch egal, weil viele Fugen zwischen Bruchmauersteinen liegen, deshalb muss ich die Tiefe eh variieren können.
Die Qualität der Fräser ist atemberaubend.

Ich habe mittlerweile knapp 800 Meter gefräst, zwei Flex (beide von Bosch) dabei zerstört, aber der erste Fräser ist immer noch intakt. Unglaublich gut. Dabei gehe ich nicht zimperlich mit ihm um, verkante ab und zu und suche mir meinen Weg (bei den Bruchsteinen, wo man die Fuge unter dem Putz nicht sieht) über den geringsten Widerstand. Der Fräser kriegt es also nicht selten mit den harten Steinen zu tun. Überhaupt kein Problem für uns.

Ein Raum fehlt mir noch und fast (!) bin ich ein bisschen traurig, dass es bald vorbei ist. Ich bin aber auch sehr dankbar, dass wir uns gefunden haben. Ich und mein neuer bester Freund „WolframCarbid Fugenfräser“.

Hier noch ein paar Arbeitsproben und ein Foto in Aktion:

 

 

 

 

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