Nicht das Gelbe vom Ei

Der Oktober. Er ist einfach ein Loser. Nicht kalt genug für einen richtigen Winter, aber zu verregnet, um ein bunter Herbst zu sein. Und krank werde ich auch immer.

Uns hat der Loser dennoch einige kleine Fortschritte und eine Lektion gebracht.

Der Keller und seine Fugen
Ich hatte eine Woche Urlaub und mir auf die Fahnen geschrieben, den Keller zu entkernen, also alle Fugen auszukratzen und neu zu verfugen. Wie nicht anders erwartet, war das wieder einmal ätzend, schmutzig und langwierig. Der Putz fällt zwar ab und die Fugen sind lose, das macht es leichter, aber das Auskratzen und -flexen von fast einem Kilometer Fugen habe ich echt unterschätzt. Deshalb beschließe ich, mich auf den einen Raum zu beschränken, der jetzt wichtig ist. Hier kommt bald die neue Heizungsanlage rein, die soll es schön haben. So wird ausgekratzt, gesäubert, neu verfugt und dann mit Kalk gestrichen. Das Ergebnis ist so lala. Aber der Heizungsanlage wird es bestimmt gefallen.

 

Elektro. Beim ersten Mal tat´s noch weh.
Mein erster Auftrag, den ich bei diesem Projekt vergeben habe, war die Elektrik. Und dabei hatte ich ja nicht gerade das glücklichste Händchen. Wir erinnern uns: Streitigkeiten, Gericht usw. Nun ist die Frist für eventuelle Nachbesserungen verstrichen und wir können endlich jemand anderen beauftragen. Wir haben von einem Verwandten einen Elektriker empfohlen bekommen, der sich eines schönen Sonntagnachmittags die ganze Sache mal angesehen hat. Eigentlich sollte er nur den Zählerschrank anschließen, der bereits im Keller steht, und die „Hauptleitungen“ in die einzelnen Etagen legen. Und obwohl das kein besonders großer Auftrag für ihn ist und er echt viel zu tun hat, war er so nett und übernimmt den Job. Und ich schon so, juhu.
Doch es kommt wie es kommen muss: Als er sich den Schrank anschaut, stellt er fest, dass der so gar nicht den Bestimmungen entspricht, die unsere Stadt vorgibt und er so sicher auch nicht abgenommen werde.
Excusez moi?
Ich sofort Telefon geschnappt und städtischen Versorger mit Selfies von mir und dem Zähler bombardiert. Ist der Zähler in Ordnung oder nicht? Das kann doch nicht so schwer sein!
War es aber. Zwei Wochen später antwortet man mir, dass man die Frage nicht beantworten könne. Aber unser Elektriker könne sich gern bei ihnen melden.
Ja, danke! Wir haben in der Zwischenzeit einfach alles angeschlossen und die Leitungen gelegt und bezahlt. Hat fast gar nicht wehgetan. Lektion gelernt, einfach machen.

Sitzfenster zum Garten
Zur Erinnerung: Wir hatten uns ziemlich schnell dazu entschieden, eine Wand im Wohnzimmer, die in Richtung Garten schaut, nachträglich mit einem Fenster zu versehen. Einfach, weil wir gar nicht verstehen konnten, warum dort keines ist. Der Ausblick in den Garten ist ja nun allemal schöner als die zur Seite oder zur Straße. Also haben wir ein großes Loch in die Wand gemacht, einen Stahlträger zur Unterstützung eingebaut, alles mit viel Glaswolle gefüllt (damit künftig möglichst wenig Kälte über den Stahl in den Wohnraum dringt) und ungeduldig darauf gewartet, dass unser neues Fenster eingebaut wird. Selbstverständlich vom Profi.
Anfang Oktober war es dann soweit. Und endlich ist einmal etwas genauso genial geworden, wie wir es uns vorgestellt haben. Und weil der Oktober auch viel Regen bringt und ich liebend gerne im Warmen sitze und in den Regen schaue, kann ich die neue Sitzecke im neuen Sitzfenster direkt ausprobieren. Ooooh, wie gemütlich – wenn es denn warm wäre!

 

Verputzen? Ich doch nicht
Wie man unten sieht, haben wir in einem Raum mal probeweise angefangen zu verputzen. Und wieder einmal haben wir ein Unterfangen vollkommen unterschätzt. Die Wände sind so krumm, es dauert ewig, die Wand einigermaßen gerade aussehen zu lassen – und ich beschließe, diese Arbeit sein zu lassen und jemanden zu beauftragen, der das Ganze besser und schneller macht als ich.

 

Ein Korsett für die Stahlträger
Als würde der Begriff Stahlträger nicht schon genug Stabilität verheißen, hat sich Pfusch Senior dazu entschieden, die Stahlträger, die als Stütze für den Deckenstahlträger herhalten, zusätzlich auch noch einzubetonieren. Sicher ist sicher und doppelt gemoppelt… ihr wisst schon. Ich hätte das ja nicht gemacht. Ich, Herr Pfusch, hätte natürlich nur einfach Rigips drüber gemacht und Tschaui!!
Aber vielleicht hat der Senior ja auch hier wieder mal recht. So fing er an, die Stahlträger mit einem hübschen Korsett aus Hölzern einzukleiden und den Zwischenraum mit Beton zu füllen. Hat er gut gemacht! Und wir können uns jetzt definitiv sicher sein, wenn das Haus einmal zusammenbricht, an den Durchbrüchen hat es NICHT gelegen!

 

Das wars vom Oktober – bis zum nächsten Jahr du Loser!

 

 

 

 

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